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Bergen – Das Tor zum Fjordland-bilde

Bergen – Aussicht vom Ulriken. Foto: Christopher Hagelund/Visitnorway.com)

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Bergen – Das Tor zum Fjordland

Es gibt Städte, in die man immer wieder zurückkehren will. Das kommt von ihrer malerischen Lage, wunderbaren Attraktionen, einmaligen Ereignissen und ihrer besonderen Atmosphäre. Zu solchen Städten zählt sicherlich auch die Hansestadt Bergen. Das ist ein echtes Tor zum Fjordland, in dem man das Abenteuer Norwegen bestgelegen beginnen kann.

Autor: Ewa Walkowiak-Karlic, Zbigniew Karlic

Es gibt Städte, in die man immer wieder zurückkehren will. Das kommt von ihrer malerischen Lage, wunderbaren Attraktionen, einmaligen Ereignissen und ihrer besonderen Atmosphäre. Zu solchen Städten zählt sicherlich auch die Hansestadt Bergen. Das ist ein echtes Tor zum Fjordland, in dem man das Abenteuer Norwegen bestgelegen beginnen kann.

Bergen hat seine ganz eigene Seele. Einerseits ist Bergen eine moderne Metropole mit einer Viertelmillion Einwohner, die Hauptstadt der Region Hordaland und das Zentrum des norwegischen Kulturlebens, andererseits beeindruckt es mit seinem intimen, gar provinziellen Klima. Die zahlreichen Touristen verleihen der Stadt einen internationalen Charakter, aber unter den Einwohnern gibt es auch viele Ausländer, die diese Stadt zu ihrer Heimat gemacht haben.

Die Touristen, die in Bergen verweilen, entdecken den Zauber des Fjordlandes, einer der mit Sicherheit attraktivsten touristischen Attraktionen der Welt. Die Reise in die norwegischen Fjorde ist dank der Fährroute zwischen Bergen und Dänemark leicht und einfach. Es reicht am Abend die Fähre M/S Stavangerfjord im jütländischen Hafen Hirtshals zu nehmen, um am nächsten Morgen in der Heimatstadt von Edvard Grieg aufzuwachen. Und nach der Besichtigung von Bergen kann man mit dem Fjordlabyrinth beginnen.

Geschichte so lang und reich wie … die Hanse

Die Geschichte der Stadt geht auf das Jahr 1070 zurück, als König Olaf Kyrre hier eine Siedlung gründete und diese Bjørgvin nannte, was „eine grüne von Bergen umgebende Wiese“ bedeutete. Zugegeben, die Namenswahl war hervorragend: ein Ort am Fjordrand in einem mit sieben Bergen umgebenden Tal. Olafs Siedlung wurde schnell zum zahlreichsten Siedlungszentrum des Nordens, was um das Jahr 1300 ca. sieben tausend Einwohner hatte. Zu damaliger Zeit bedeutete der Begriff Großstadt etwas anderes als heute – als Großstädte fungierten Orte mit fünftausend Einwohnern. Bis 1314 war Bergen die Hauptstadt Norwegens, erst später wurde die Hauptstadt in das viel kleinere Oslo verlagert.

Die Blütezeit brachte der Stadt jedoch erst der Kontakt mit der Hanse. Im 14. Jahrhundert wurde Bergen eines der führenden Zentren dieser kaufmännischen Organisation und erfüllte einige Jahrhunderte lang die Funktion des logistischen und administrativen Mittelpunkts. Der Handel brachte den Einwohnern von Bergen Reichtum, und der große Zustrom von Ausländern, darunter Deutsche, Schotten und Holländer, führte zum gewissen Kosmopolitismus der Einwohner. Viele meinen, dass dieser bis zum heutigen Tag immer noch vorhanden sei.

Schätze des Welterbes

Die Hauptattraktion von Bergen ist eng mit der hanseatischen Geschichte der Stadt verbunden. Bryggen– der hauptsächlich aus dem 18. Jahrhundert stammende Komplex von Holzgebäuden, die einst den hanseatischen Kaufleuten gehörten.
Das Hanseviertel war beinahe eine eigene Stadt in der Stadt Bergen. Dicht gebaute, kleine Häuser erfüllten einige Funktionen – sie beherbergten Firmensitze, Warenlager und Wohnräume der Eigentümer. Das Leben ging seinen gewohnten Gang, der durch die Jahreszeiten und durch die in den Hafen eintreffenden Schiffe bestimmt war. Es lohnt sich, in diese hölzerne Welt einzutauchen: in die, in der Halbdunkelheit, versteckten Passagen, Holztrottoire, außer Betrieb gesetzte Kräne, sowie dem Geruch des holzkonservierenden Teers. Statt Warenlager befinden sich hier heute Läden mit Kunsthandwerk, und damalige Büros verwandelten sich in Restaurants, das Hanse-Klima ist jedoch immer noch erhalten geblieben.

 

Die Holzhäuser in Bergen, Norwegen.
Holzhäuser spielten immer eine große Rolle in der Geschichte von Bergen. Foto: Gjertrud Coutinho

Wer die Möglichkeit hat länger in der Stadt zu verweilen, sollte das Hanse-Museum (Det Hanseatiske Museum) besuchen. Es ist in einem der ältesten und am besten erhaltenen kaufmännischen Kontore eingerichtet und spiegelt hervorragend das Leben der damaligen Bürger wider. Man kann sich sogar in den Sessel eines Hanse-Geschäftsmannes von damals setzen und eine Originalliste der Handelstransaktionen analysieren. Einen integralen Teil des Museums bildet der im hinteren Teil von Bryggen liegende Gebäudekomplex Schøtstuene. Im Winter trafen sich dort Kaufleute – an diesem aus Sicherheitsgründen (Feuergefahr) etwas entfernten Ort konnte man sich wärmen und eine warme Mahlzeit zu sich nehmen. Es gab hier auch eine Schule und ein lokales Gericht.

Die hölzerne Bebauung von Bryggen stammt aus dem Anfang des 18. Jahrhunderts, als dieses Viertel nach einem tragischen Feuerbrand 1702 wiederaufgebaut wurde. Der Großbrand vernichtete fast die komplette Stadt. Glücklicherweise wurde das alte Bebauungsmuster erhalten, so dass das heutige Bryggen so aussieht wie einst im Mittelalter. Kein Wunder, dass 1979 dieser einmalige Komplex in die Liste des UNESCO-Welterbes eingetragen wurde. Der Geschichte von Bryggen wurde ein anderes Museum – Bryggens Museum – gewidmet. Den Kern der Kollektion bilden Artefakte, die bei archäologischen Untersuchungen nach einem weiteren Brand gefunden wurden, diesmal im Jahre 1955.
Neben vielen Alltagsgegenständen kann man hier solche Sehenswürdigkeiten finden, wie Ruinenbeschriftungen, die damals in Toilettenräumen geschrieben wurden.

An der Vågen Bucht

Der Fischermarkt in Bergen, Norwegen
Der Fischermarkt in Bergen ist bei den Touristen sehr beliebt. Foto: Christopher Hagelund/VisitNorway.com

Wenn man von Bryggen Richtung Stadtzentrum wandert, kommt man auf dem Fisketorget an – den in Norwegen bekanntesten Fischermarkt.

Dieser ist die zweitgrößte Attraktion der Stadt. Noch vor kurzem bauten die Kaufleute Stände im Freien auf, aber 2011 verlagerte man einen Teil von denen in eine dafür speziell gebaute Halle, in der es auch eine Touristeninformation gibt. Die Preise auf dem Fisketorget sind nicht niedrig, aber dafür finden wir dort alle essbaren Gaben des Nordatlantiks: Königskrabbe, Garnele aus Grönland, Rotbarsch, Seeteufel, Dornhaie, Dorsche, mit ihrer Größe (und Preis) beeindruckende Seewölfe, riesige Heilbutte, Zwergwalfleisch, Krebse, Mollusken und selbstverständlich Trockenfische – Klippfische und Stockfische.

Fischmarkt in Bergen mit einer Vielzahl an Meeresfrüchten
Fisketorget in Bergen bietet eine breite Palette von Meeresfrüchten. Foto: Jens Henrik Nybo/Visitnorway.com

Auf der anderen Seite von Vågen befindet sich ein anderes Touristenziel – die ehemalige Residenz des Königs von Norwegen mit einem mittelalterlichen Bankettsaalt Jener wurde von dem damaligen Herrscher Håkon Håkonsson gebaut und umfasst den berühmten Håkon-Saal – Håkonshallen. 1261 fand hier die Hochzeit seines Sohnes, Magnus Håkonsson Lagabøte, statt, zu der den Überlieferungen nach zweitausend Gäste eingeladen waren. Gleich nebenan befindet sich der Turm Rosenkrantztårnet von 1570.

Die Stimmung des alten Bergens

Das ursprüngliche, alte Bergen wurde hauptsächlich mit Erbauung weißer Holzhäuser erschaffen, was auf den Reichtum der Eigentümer hinweist (billigere Häuser und Nutz-Gebäude wurden mit einer rostroten Farbe gestrichen). Dazu kommen kleine Plätze und enge Straßen – einige von denen sind lediglich einen Meter breit! Noch im 19. Jahrhundert fungierte Bergen als die größte Stadt Europas mit überwiegender Holzbebauung. Sie wurde, wie keine andere Stadt auf unserem Kontinent, oft durch wütene Feuer vernichtet.

Um die Entwicklung der vergangenen Jahre nachzuverfolgen, lohnt es sich, das Freilichtmuseum Gamle Bergen – „Altes Bergen“ zu besuchen, wo sich zahlreiche Häuser aus dem 17., 18., 19. und 20. Jahrhundert befinden – das wirkt wie eine Miniatur der damaligen Stadt mit Residenzen, Werkstätten, einer Schule und mit Läden – selbstverständlich mit der Einrichtung aus der Epoche. Und auch das Personal ist zeitgemäß gekleidet.

Empfehlenswert ist auch ein nostalgischer Spaziergang in einer am Hang liegenden Siedlung Sandviken, gleich hinter Bryggen. Eine Wanderung in der Umgebung von Rhododendren, auf gepflasterten Straßen, Häuser mit Anbauten und bizarren Schlupfwinkeln bewirkt, dass wir Personen verstehen können, die sich als „in Bergen verliebt“ bezeichnen.
Es gibt auch immer mehr von ihnen…

 

Bergen aus der Vogelperspektive

Auf das „Verliebtsein” hat auch die Lage der Stadt einen nicht unbedeutenden Einfluss. Man kann sich davon beeindrucken lassen, wenn man sich Bergen von oben anguckt. Nur ein paar Schritte von Fisketorget entfernt kann man in die Bahn Fløibanen einsteigen. Die Fahrt zum Gipfel Fløyen gilt als eine der größten touristischen Attraktionen. Tatsächlich, es ist nicht zu bestreiten, wenn man die Stadt und die umgebenden Fjorde von 320 Metern über dem Meeresspiegel bewundert.

Der Fløyen in Bergen
Fløyen ist die Hauptattraktion der Stadt. Foto: Pål Hoff/VisitBergen/Visitnorway.com

Aber man kann immer noch höher kommen. Auf dem Gipfel Ulriken von 643 Metern über dem Meeresspiegel, dem größten der sieben Bergener Hügel, kann man mit einer anderen Bahn fahren, keiner Schienen- sondern einer Gondelbahn. Das ist dann schon das richtige Bergen aus einer Vogelperspektive und einem Panorama auf die Gegend. Am Horizont sieht man das offene Meer mit Schären und unten – als ob es eine Miniatur wäre – die Hauptstadt des Fjordenlandes.

Die Einheimischen sagen, dass, wenn jemand nicht auf Ulriken gewesen sei, sei er nicht in Bergen gewesen.

Gondelbahn in Bergen, Norwegen
Gondelbahn Ulriken mit Bergen im Hintergrund. Foto: Bergen Tourist Board/Espen Haagensen/visitBergen.com

Fenster zur Welt

Bergen konnte seinen Vorzug – in direkter Seelage – schon immer wunderbar nutzen. Es ist auch heute nicht anders. Die Fischerboote, etliche Frachtschiffe, gewaltige Bohrschiffe, Luxus-Touristenschiffe, schnelle Passagier-Katamarane, sowie zahlreiche Segel- und Motorboote sind feste Bestandteile der Bergener Landschaft. Jeden Abend bricht die Reederei Fjord Line mit einem der beiden Kreuzfahrtfähren vom dänischen Hirtshals nach Bergen auf.

MS Stavangerfjord, Fjord Line
Das Schiff von Fjord Line MS Stavangerfjord. Foto: Espen Gees

Für Gäste, die mehr Zeit haben, ist eine Hafenfahrt eine gute Idee. So kann man sich die Stadt von der Meeresseite angucken oder einen mehrstündigen Ausflug in die nahliegenden Gewässer machen. Manchmal kann man die Ausflüge mit einem Fischfang verbinden. Sogar eine kurze Fahrt wird Sie davon überzeugen, dass die Gerüchte über die Schönheit der norwegischen Küste hundertprozentig der Wahrheit entsprechen.

Norwegen in Kürze (Norway in a nutshell)

Wie bereits schon erwähnt gilt Bergen als das Tor zum Fjordenland. Um die Stadt zu besichtigen, kann man ganze Wochen ausfüllen oder an einem Tag die beeindruckenden Hauptattraktionen erleben. Wie kann man das machen? Es reicht einen Ausflug Norway in a Nutshell („Norwegen in einer Nussschale“) zu machen. Dieser Ausflug wird in einigen Varianten angeboten, aber für den Anfangs- oder den Abschlussort ist es empfehlenswert Bergen zu wählen. Norway in a Nutshell besteht darin, dass man den Ausflug allein macht – man bekommt lediglich ein besonderes Ticket für den Verkehrsverbund.

Die Fjordschleife können wir in Bergen anfangen und uns nach dem Uhrzeigersinn orientieren (Der Ruf des Nordens empfehlt diese Variante) oder andersrum. Das Abenteuer fängt bei der Bahnfahrt mit der Bergener Eisenbahn zur europäischen Hauptstadt der Extremsportarten an – Voss. Dort wartet ein Bus, der die Touristen für eine malerische Fahrt nach Gudvangen mitnimmt. Unterwegs gibt es Wasserfälle, Berglandschaften und kaum zu bewältigende Bergserpentinen. Hauptmenü: eine Schifffahrt durch den engsten der norwegischen Fjorde – der auf der Liste des Weltkulturerbes der UNESCO stehende Nærøyfjord. Bald sind wir in Flåm und dort der nächste Hit – die Fahrt mit der Eisenbahn Flåmsbana zum Bergdorf Myrdal. Das ist die steilste Bergbahn auf normalen Schienen der Welt. Diejenigen, die Respekt vor 55 % Steigung und einem Höhenunterschied von 865 Metern auf der Länge von lediglich 20 Kilometern haben, werden sicherlich beruhigt sein zu wissen, dass jede Flåmsbana mit fünf voneinander unabhängigen Bremssystemen ausgestattet ist. Aus Myrtal kommt man mit der schon bekannten Bergener Bahn zurück. Der Ausflug kostet 1090 NOK und dauert achteinhalb Stunden. Die Eindrücke sind aber unvergesslich…

Heilmittel bei schlechtem Wetter

Und was soll man machen, wenn es in dem für Regen bekannten Bergen regnet?

Es findet sich auch hierfür eine Lösung. Die Stadt hat ein breites kulturelles Angebot, das sogar den besonders wählerischen Geschmack befriedigen kann. Unter zahlreichen Museen sind solche zu empfehlen, die mit der Kunst verbunden und im Verein KODE vereinigt sind. Neben dem Grieg-Museum sind das vor allem die vier Gebäude der Welt- und der Landesmalerei, der angewandten Kunst und des Designs, darunter die Rasmus-, Meyers Samliger-Kollektion. Neben der norwegischen Malerei gibt es hier die drittgrößte Weltsammlung von Bildern und Grafiken Edvard Munchs.

Besonders populär ist das Bergener Aquarium (Akvariet). Neben Fischen und anderen Meeresbewohnern sehen wir hier Pinguine, Seehunde und Krokodile. Viele Besucher gehen auch in das Wissenszentrum VilVite, also Will-Wissen. Das ist ein Reich mit Experimenten für die Jugend, wo man stundenlang die Geheimnisse der Wissenschaft und Technik entdecken kann.

 

Aquarium in Bergen
Bergens Aquarium ist sehr populär. Foto: Sverre Hjørnevik / www.fjordnorway.com

Den Liebhabern der traditionellen Architektur empfehlen wir einen Ausflug nach Fantoft. Hier befindet sich eine der berühmtesten stavkirken – ohne Nägel gebauten Holzpfostenkirchen. Leider hat das ursprüngliche, Mitte des 17. Jahrhunderts in Sogn gebaute Objekt 1992 gebrannt. Es wurde aber mit höchster Sorgfalt wiederaufgebaut.

Wir sind nicht in der Lage, hier alle Museen oder Attraktionen von Bergen zu nennen. Ein Teil davon kann als ausgefallen, gar exotisch gelten, wie beispielsweise das Trikotmuseum oder das Lepramuseum. Wenn Sie aber einige der Museen besuchen möchten, lohnt es sich die Stadtkarte Bergen Card (24h – 200 NOK, 48h – 260 NOK) zu besorgen. Sie berechtigt zu freien Eintritten, zahlreichen Rabatten und freier Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel.